Namen der Rosen - Damaszenerrose Marie Louise
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Alexandrina Victoria, Königin von England, Kaiserin von Indien (1819 - 1901)

 

geboren am 24. Mai 1819 im Kensington-Palast als einziges Kind des Herzogs Eduard von Kent und der Prinzessin Marie Louise Viktoria von Sachsen-Coburg-Gotha. Als Victoria 8 Monate alt ist, stirbt ihr Vater. Von ihrer ambitionierten Mutter und deren Berater und Lebensgefährten Sir John Conroy wird sie sehr isoliert und streng erzogen. Victoria ist einsam und hat keine gleichaltrigen Spielgefährten. Erst mit 12 Jahren erfährt sie, dass sie einmal Königin von England sein wird.

Kurz nach ihrem 18. Geburtstag stirbt ihr Onkel, König William IV. und Victoria wird am 28. Juni 1837 zur Königin von Großbritannien und Irland gekrönt. Sie wird als fröhlich und lebenslustig, aber auch als egoistisch beschrieben. Zornausbrüche und Wutanfälle sind bei der nur 1,53 m große Königin nicht selten. Geistige und körperliche Schwäche verabscheut sie.

Mit Premierminister Lord Melbourne arbeitet sie nun intensiv zusammen. Sie will sich von der Bevormundung und starken Einflußnahme ihrer Mutter und Sir Conroys befreien. Victoria vertraut dem 58-jährigen, konservativen Witwer, er wird für sie zur wichtigsten Bezugsperson und zum väterlichen Freund und Mentor.

Am 10. Februar 1840 heiratet sie ihren Cousin, Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha. Diese Heirat wird auch von ihrer Mutter und ihrem Onkel, Leopold I von Belgien befürwortet. Albert ist literarisch und wissenschaftlich gebildet und nimmt großen Einfluß auf die Königin. Victoria wird von ihm völlig abhängig, nichts passiert ohne sein Einverständnis. Sein puritanisches, moralisches und konservativ-nationales Verhalten wird die künftige britische Politik bestimmen. Durch seinen Fleiß und seine ernsthafte Art unterscheidet er sich wohltuend von dem ausschweifenden Leben der vorangegangenen Monarchen. Aber Albert ist auch geizig, arrogant, humorlos und extrem introvertiert. Besonders zu schaffen macht ihm seine schwache Gesundheit, die er jedoch mit rastloser Arbeit kompensiert.

Victoria und Albert lieben beide Musik, Geschichte, die frische Luft und die Familie. Victoria bewundert die Tüchtigkeit Alberts und sie wird ihn mehr lieben als jedes ihrer Kinder. Bereits am 21. November 1840 wird die älteste Tochter Victoria , genannt Vicky, geboren. Sie wird später deutsche Kaiserin werden. Es folgen 1841 Edward, späterer König Edward VII., genannt Bertie, Alice (1843) , Alfred (1844), Helena (1846), Louise (1848), Arthur (1850) Leopold (1853) und Beatrice (1857). Vor jeder Geburt hat Victoria Angst, sie würde im Kindbett sterben wie ihre Cousine.

Besonders der kleine Thronfolger, Bertie, macht seinen Eltern Sorgen. Er soll, intellektuell und moralisch vollkommen, der 'große, helle Stern am Coburger Firmament' werden, aber Bertie ist in Sprache und Wachstum zurückgeblieben. Auf die harte und unbeugsame Erziehung durch Albert, bei der für menschliche Schwächen kein Spielraum war, reagiert der sensible Junge agressiv und traumatisch.

Am 14. Dezember 1861 stirbt der geliebte Albert an thyphoidem Fieber. Victoria wird ihr Leben lang um ihn trauern. Sie zieht sich nach Schloß Balmoral in Schottland zurück und zeigt sich 26 Jahre lang, bis zu ihrem 50-jährigen Thronjubiläum 1887, nicht mehr in der Öffentlichkeit.

Unter der Regierung von Königin Victoria wird die britische Industrie und der Handel gefördert; Kanada, Australien, Indien und Staaten in Afrika und im Südpazifik vergrößern das britische Weltreich. Es gibt während Victorias 63-jähriger Herrschaft so gut wie keinen Krieg, einzig in Irland und Übersee werden Aufstände niedergeschlagen und Großbritannien beteiligt sich am Krim-Krieg. Victoria muß mit etlichen Premierministern zusammenarbeiten, deren Politik sie nicht immer befürwortet.

Ihre 29 Enkelkinder besuchen sie oft und sie hat ein besonders enges Verhältnis zu ihnen. Zeitlebens jedoch feiert sie ihren Hochzeitstag - Albert ist unvergessen. Victoria stirbt im Kreise ihrer Familie mit 81 Jahren am 22. Januar 1901 in Osborne House, Isle of Wight, England.

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